Unter dem Motto „Freiräume eröffnen. Teilhabe stärken.“ fand in Marburg der 2. Hessische Landeskongress Jugendarbeit statt. Nach den Grußworten, unter anderem von Bürgermeisterin und Jugenddezernentin Nadine Bernshausen, bot der Kongress Raum für fachlichen Austausch, neue Impulse und die Frage, wie echte Beteiligung junger Menschen gelingen kann. Ein besonderer Anlass war zudem das 40-jährige Jubiläum des bsj Marburg.
Gerade das Thema Partizipation beschäftigt uns über den Kongress hinaus. Wir leben in einer Zeit, in der viel über Kinder und Jugendliche gesprochen wird: über ihre Bildung, ihre Zukunft, ihre psychische Belastung, politische Haltung und gesellschaftliche Verantwortung. Gleichzeitig erleben wir, dass ausgerechnet bei den Räumen und Strukturen gespart wird, die ihnen Entwicklung, Bildung und echte Mitgestaltung ermöglichen.
Wir sprechen viel über junge Menschen – aber noch immer zu wenig mit ihnen. Jugendparlamente, Beteiligungsformate und politische Debatten über Partizipation sind wichtig. Doch Beteiligung darf nicht dort enden, wo Jugendliche unbequem werden, Forderungen stellen oder Entscheidungen tatsächlich beeinflussen wollen. Gerade Bewegungen wie Fridays for Future haben gezeigt, wie deutlich junge Menschen ihre Stimme erheben können – aber auch, wie schnell ihnen Grenzen aufgezeigt werden, wenn sie diese Stimme selbstbewusst nutzen.
Für uns bleibt deshalb eine zentrale Erkenntnis: Die Beteiligung junger Menschen ist kein Entgegenkommen und kein „Nice-to-have“. Sie ist unverzichtbar für eine lebendige und funktionierende demokratische Gesellschaft. Wer möchte, dass junge Menschen Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen, muss ihnen auch zutrauen und ermöglichen, sie mitzugestalten.