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Rumi-Impuls e.V.

Klausurtagung des Demokratiezentrums Hessen und des Beratungsnetzwerks Hessen am 24. und 25. September 2026 in Butzbach-Nieder-Weisel

Was geschieht mit einer Demokratie, wenn Menschen über Jahre das Gefühl haben, nicht mehr gesehen, gehört oder ernst genommen zu werden? Wenn politische Entscheidungen zunehmend als lebensfern wahrgenommen werden und insbesondere vulnerable Gruppen mit ihren Ängsten, Sorgen und alltäglichen Herausforderungen allein bleiben?

Wo Zugehörigkeit verloren geht, können Misstrauen, Rückzug und Radikalisierung entstehen. Extremistische Kräfte nutzen genau diese gesellschaftlichen Bruchstellen, indem sie vermeintlich einfache Antworten und ein Gefühl von Gemeinschaft anbieten.

Doch haben wir als Gesellschaft rechtzeitig hingehört – oder haben wir bereits zu viele Menschen verloren?

Eine weitere zentrale Frage lautet: Hat sich Deutschland in manchen Bereichen so weit akademisiert, dass die Wissenschaft und politische Entscheidungsprozesse Gefahr laufen, den Bezug zur gelebten Praxis zu verlieren? Verstehen wir noch ausreichend, was Menschen vor Ort tatsächlich bewegt? Und gelingt es uns, wissenschaftliche Erkenntnisse so mit praktischen Erfahrungen zu verbinden, dass daraus spürbare Veränderungen entstehen?

Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der zweitägigen Klausurtagung des Demokratiezentrums Hessen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutierten über demokratische Resilienz, gesellschaftliche Ausgrenzung, Rechtsextremismus und die Herausforderungen einer zunehmend polarisierten Gesellschaft.

Mit dabei war auch Staatsminister Timon Gremmels, der die Veranstaltung mit einem Grußwort begleitete. Im Mittelpunkt stand insbesondere der Austausch zwischen Forschung und den Menschen, die täglich in Beratungsstellen, Kommunen und sozialen Einrichtungen demokratische Arbeit leisten.

Demokratie darf nicht nur wissenschaftlich erklärt und politisch verwaltet werden – sie muss im Alltag der Menschen spürbar sein.

Dabei geht es nicht darum, jede politische Haltung unwidersprochen stehen zu lassen. Es geht darum, Menschen frühzeitig zu erreichen, ihre Lebenswirklichkeiten ernst zu nehmen und demokratische Teilhabe tatsächlich zu ermöglichen.

Denn eine Demokratie ist nur so stark wie das Vertrauen der Menschen, die in ihr leben. Und dieses Vertrauen entsteht nicht allein durch Konzepte, Studien oder politische Programme, sondern durch Begegnung, Beteiligung und die Erfahrung, wirklich gehört zu werden.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, wie wir unsere Demokratie schützen – sondern auch, wen wir auf diesem Weg bisher nicht erreicht haben.