Rumi imPuls beim FdM-Treffen des Paritätischen Gesamtverbands in Berlin
Wie gelingt Integration, wenn Menschen trotz jahrzehntelanger Zugehörigkeit immer wieder als die „Anderen“ wahrgenommen werden?
Beim FdM-Treffen des Paritätischen Gesamtverbands in Berlin stand unter anderem im intensiven Austausch mit der Journalistin und Autorin Gilda Sahebi eine wichtige Frage im Raum: Brauchen wir neue Narrative über Migration, Integration und gesellschaftliche Zugehörigkeit?
Rund 26 Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte leben in Deutschland. Sie arbeiten, engagieren sich, übernehmen Verantwortung und gestalten tagtäglich unsere Gesellschaft mit. Ihre Leistungen sind in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen unverzichtbar – und dennoch bleiben ihre Stimmen, Kompetenzen und Potenziale häufig unsichtbar.
Integration ist und bleibt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Doch Integration darf keine Einbahnstraße sein. Sie erfordert die Bereitschaft, sich einzubringen, gemeinsame Werte zu achten und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig braucht sie Offenheit, Chancengleichheit und echte Möglichkeiten zur Mitgestaltung.
Als Migrant*innenselbstorganisationen leisten wir hierzu seit Jahren einen wichtigen Beitrag. Wir schaffen Zugänge, bauen Brücken, fördern Begegnungen und stärken Menschen darin, ihren Platz in der Gesellschaft selbstbewusst einzunehmen.
Doch wir müssen auch die Frage stellen: Wie kommen wir aus der Schublade der reinen Integrationsarbeit heraus und werden stärker als das wahrgenommen, was wir längst sind – kompetente, handlungsfähige und unverzichtbare Akteure der Zivilgesellschaft?
Wir brauchen neue Narrative, die Herausforderungen nicht verschweigen, aber Menschen auch nicht dauerhaft auf Defizite, Herkunft oder Integrationsbedarf reduzieren.
Es geht darum, Leistungen sichtbar zu machen, Verantwortung anzuerkennen und gesellschaftliche Vielfalt als selbstverständlichen Bestandteil unseres Zusammenlebens zu begreifen.
Das Treffen in Berlin hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, dass Migrant*innenselbstorganisationen ihre Perspektiven selbstbewusst in politische und gesellschaftliche Diskussionen einbringen.
Für uns als Rumi imPuls bedeutet Integration nicht nur Ankommen, sondern auch Mitgestalten, Mitentscheiden und Verantwortung übernehmen.
Denn eine starke Demokratie braucht Menschen, die sich einbringen – unabhängig von ihrer Herkunft.
Unser Ziel muss eine Gesellschaft sein, in der Integration gelingt, Zugehörigkeit gelebt wird und Menschen nicht dauerhaft erklären müssen, warum sie dazugehören.